21 häufige Website-Fehler, die Sie vermeiden sollten

Viele Websites bleiben hinter ihrem Potential zurück oder bleiben sogar so gut wie erfolglos, weil typische Fehler gemacht werden. Vermeidet bzw. behebt man diese, kann bereits mit kleinen Änderungen viel erreicht werden. Unser Artikel nennt Ihnen die 21 häufigsten Website-Fehler.

Lesedauer: 11 Minuten

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1. Fehlende Aussage wofür die Website steht.

Diesen Fehler sieht man auf erstaunlich vielen Websites, ja wahrscheinlich sogar der Mehrzahl. Gemeint ist, dass man nicht schon auf den ersten Blick – wie es eigentlich sein sollte – erkennt, wofür die Website überhaupt steht, was den Besucher dort erwartet, welche Vorteile er von seinem Besuch hat und welche Angebote oder Leistungen die Website überhaupt aufweist.

Zwar kann man sich das auch bei solchen Websites meist durch längeren Herumklicken auf der Seite irgendwann zusammenreimen, doch zum einen sollte das nicht notwendig sein und zum anderen gibt es nicht wenige Fälle, bei denen dies selbst dann nicht klar wird. Beides ist fatal, führt es doch zu Nutzer-Frustration, die unweigerlich zum vorschnellen Besuchsabbruch führt.

Doch wie löst man das am besten?

Dafür sollte zunächst ein knapper Slogan entwickelt werden, der das Ziel der Website bzw. dahinterstehenden Firma kurz und prägnant zusammenfasst.

Fiktive Beispiele:

"Selbst gebrannter Schnaps aus Oberschwaben vom Familienbetrieb"

"Logistik-Dienstleistungen für Straße, See und Luft – 45 Jahre Erfahrung"

"Wissen, Tipps und Einkaufsquellen zum veganen Lifestyle"

"Community und Shop für Hundezüchter: Über 7.000 Mitglieder, mehr als 800 Produkte"

Das ist doch eigentlich recht einfach umzusetzen! Wichtig ist dabei, sich erstmal bewusst zu machen, dass eine entsprechende Angabe auf wirklich JEDER Seite zu finden sein müssen. Denn zum einen kommen viele Besucher über Suchmaschinen, idR. über Google, auf die Seite und dann nicht zwangsläufig direkt auf die Startseite (Homepage), sondern eine andere Einstiegsseite.

Daher muss auch darauf dem Nutzer sofort klar werden, wofür die gerade aufgesuchte Website steht und welche Vorteile er vom weiteren Verweilen darauf hat. Zum anderen kann man nicht davon ausgehen, dass Besucher selbst zur Startseite navigieren, um sich darüber zu informieren.

Den Website-Slogan sollte man gut sichtbar im obersten Bereich der Website setzen, also zB. als Bestandteil der Navigationsleiste oder in einem Streifen darüber, und auch noch einmal ganz unten auf der Seite im Footer-Bereich wiederholen.

2. Schlecht gewählter Domain-Name

Ein schlecht gewählter, nicht zur Branche oder Hauptzweck des Unternehmens bzw. der Internet-Präsenz passender Domain-Name ist ein weiterer Hemmschuh für den Erfolg der Website. Ein Fehler, dem man oft begegnet, ist den Firmennamen kombiniert mit der Rechtsform als Domain zu nutzen.

Also beispielsweise lehmann-weber-gmbh.de statt den direkt auf die Tätigkeit und Branche schließen lassenden Domain-Bestandteil „logistik“ zu wählen, also lehmann-weber-logistik.de (falls das Unternehmen im Logistik-Bereich tätig ist).

Man muss stets bedenken, dass alleine die URL mit dem Domain-Namen sehr oft der erste Berührungspunkt mit dem Unternehmen ist, sowohl bei Google-Suchen als auch wenn der Link zu Ihnen sonst wo erscheint oder zB. per E-Mail weitergeleitet wird. Die Bereitschaft, dann auch zu klicken, ist bei einem „sprechenden“ Domain-Namen viel höher und auf lange Sicht gewinnt man somit allein dadurch zusätzliche Besucher bzw. Kunden als durch einen ausdruckslosen Domain-Namen.

3. Kein Call-to-Action (oder zuviele)

Sehr oft ist auch zu beobachten, dass Websites keine Call-To-Action-Elemente aufweisen. Das ist unverständlich, weil damit wertvolle Conversion-Potentiale verschenkt werden. Schließlich hat jede geschäftlich betriebene Website normalerweise bestimmte klar definierte Ziele hat, die mit ihr erreicht werden sollen und an denen ihr Erfolg mittels sogenannten Key Performance Indicators (KPI) gemessen wird.

Typische KPI und daraus abgeleitete Conversion-Ziele sind etwa:

  • E-Mail-Adressen sammeln
  • Registrierung erzielen (Besucher legt Nutzerkonto an)
  • Interessenten-Anfragen erreichen
  • Anmeldung zu eigenen Veranstaltungen erzielen
  • Generieren von Initiativbewerbungen

Umso erstaunlicher ist daher, dass die meisten Websites die entsprechenden Call-to-Action-Elemente zur Erreichung solcher Ziele nur auf gesonderten Seiten (z.B. eine eigene Seite für die Newsletter-Anmeldung unter /newsletter) einbinden, nicht jedoch überall sonst im Grundgerüst der Website oder zumindest auf sinnvollen Teil-Bereichen.

Ein anderer Fehler ist das andere Extrem, nämlich auf ener Seite gleich mehrere Call-To-Action-Elemente einzubauen, denn es gilt die sinnvolle Faustregel: Niemals mehr als ein Call-to-Action je Seite, maximal jedoch zwei!

4. Wesentliches nicht Above the Fold

Unter Above the Fold versteht man im Webdesign-Kontext denjenigen Bereich, den ein Besucher der Website sofort auf den ersten Blick sehen kann, ohne zu scrollen, das heißt, Inhalte die sich darunter befinden, sind nicht (mehr) Above the Fold.

Dies sollte schon bei der Konzeption jeder Website, spätestens aber bei späteren Optimierungen, bedacht werden, indem entschieden wird, welche Inhalte und Elemente im Above the Fold-Bereich erscheinen sollten und welche nicht.

Above the Fold sollten bei einer typischen Website sinnvollerweise sichtbar sein:

  • Die Navigation
  • Ein Call-To-Action-Element (zB. eine auffordernde Textzeile nebst Button in einer schmalen horizontalen Leiste, ganz oben noch oberhalb der Navigation - für WordPress-betriebene Website bietet sich dafür das Plugin "Hello Bar" an)
  • Das Firmenlogo
  • Der Website-Slogan (der die Website bzw. deren Vorteile kommuniziert, siehe dazu oben Punkt 1)
  • Dasjenige, wonach Besucher der Website üblicherweise darauf besonders häufig suchen, beispielsweise ein Link zum Fernseh-Programm bei der Website eines TV-Senders, Öffnungszeiten bei der Website eines Restaurants (oder gleich Kontakt-Informationen zum Reservieren), PDF-Downloads von Prospekten auf der Website eines Automobilherstellers)

So werden zum einen die Conversion Rate erhöht und die Besuchsdauer der Website erhöht, indem die wichtigsten und Neugier weckenden Inhalte und Elemente der Website schon direkt beim ersten Aufruf ohne die Notwendigkeit zu Scrollen, erscheinen.

5. Fehlen vertrauensbildender Elemente

Man muss sich im Klaren darüber sein, dass der Besuch einer Website letztlich ein unpersönlicher, anonymer Vorgang ohne menschlichen Kontakt ist. Daher muss für deren Erfolg und Erreichung ihrer Conversion-Ziele stets auch daran gedacht werden, dies zu durchbrechen, indem vertrauensbildende Elemente eingebaut werden, die dem Nutzer Professionalität signalisieren und Vertrauen bei diesem bilden.

Denn nur dann wird ein Besucher zum potentiellen Newsletter-Abonnent, registriert sich auf der Website, darüber eine Anfrage oder wird gar Kunde, indem er dort einen Kauf tätigt!

Derartige Trust-Elemente können beispielsweise sein:

  • Qualitätssiegel / Prüfsiegel und Zertifizierungen
  • Erwähnung von Mitgliedschaften in Verbänden
  • Erfolg ausstrahlende Zahlen ("Bereits über 800 Kunden")
  • Fotos der Geschäftsführer, einzelnen Mitarbeitern oder der Belegschaft ("Unser Team")
  • Erwähnung des langen Bestehens der Firma ("Familienbetrieb seit 1951 in 3. Generation")
  • Geld-Zurück-Garantien
  • Kundenmeinungen ("Reviews")
  • Positive Testergebnisse
  • Testimonials
  • Pressespiegel ("Wie erwähnt bei FOCUS, Spiegel und der Handwerkszeitung")

Auch ein gut gemachter "Über uns"-Bereich oder die chronologische Darstellung der Firmengeschichte wirkt vertrauensbildend.

Leider beobachtet man in der Praxis jedoch oft, dass derartige, außerordentlich wichtige Trust-Elemente gar nicht, in zu geringem Umfang oder nicht an den passenden Stellen vorhanden sind. Das sollte jeder Website-Betreiber überprüfen und ggf. abstellen.

6. Schlechter Kontakt-Bereich

Der Bereich einer Website, der über Kontaktmöglichkeiten informiert oder ggf. auch die direkte Kontaktaufnahme (zB. über ein Kontaktformular oder ein Chat-Widget ermöglicht), ist sehr wichtig, wird aber leider dennoch oft vernachlässigt. Dort entscheidet sich jedoch, ob der Nutzer die beabsichtigte Kontaktaufnahme auch wirklich durchführt oder stattdessen im letzten Moment doch noch abbricht.

Gründe hierfür sieht man leider in der Praxis oft. Ein gut gestalteter Kontaktbereich ..

  • bietet nicht entweder ein Kontaktformular oder eine E-Mail-Adresse zur Kontaktaufnahme an, sondern beides, da viele Nutzer entsprechende Präferenzen haben und nur die eine Art wünschen
  • führt die komplette Anschrift, inklusive Fax- und Telefonnummer auf
  • weist (falls Kundenbesuche möglich sind) eine Google Maps-Ausschnitt auf, damit sich potentielle Besucher orientieren können
  • nennt (falls Kundenbesuche möglich sind und der Betreiber in einer Großstadt sind) die Anreisemöglichkeit mit dem Öffentlichen Nahverkehr (nächste U-Bahn- / S-Bahn- / Buslinien)
  • weist mindestens ein passendes Trust-Element auf (siehe dazu gesonderten Punkt in diesem Artikel
  • nennt (falls Kundenbesuche möglich sind) die Öffnungszeiten
  • nennt (falls vorhanden) einen direkten Link zu etwaigen FAQ oder einer Knowlede-Base (da viele Anfragen klassische, oft gestellte Fragen sind oder Support-Belange betreffen)
  • nennt (falls möglich) direkte Ansprechpartner, mit Angabe der Zuständigkeit, möglichst mit Bild und Telefon-Durchwahl(„Herr Peter Meier, Verkaufsberater, Tel. 01234 / 678910, E-Mail: peter.meier@nureinbeispielistdas.de)
  • zeigt (falls vorhanden bzw. möglich) ein Chat-Widget zur unmittelbaren Kontaktaufnahme

7. Keine oder fehlende Pflichtangaben

Nach dem Gesetzgeber hat jede Website bestimmte Informationen vorzuhalten und darauf zu veröffentlichen. Zwar liest natürlich so gut wie kein Besucher derartige, lange und langweilige rechtliche Texte, dennoch ist ihr Vorhandensein ein wichtiges Trust-Element und demzufolge ist ihr Fehlen schädlich.

Daher sollte genau geprüft werden, welche Pflichtangaben zu erfüllen sind und diese gut sichtbar (üblich und ausreichen ist, die entsprechenden Links im Footer der Website einzubauen).

8. Veraltete Zeitangaben

Wirklich gruselig ist folgender Fehler, den man dennoch recht oft sieht: Unten auf der Website wird aufgeführt, von wann bis wann die Website existiert, meist noch mit einem Copyright-Vermerk, zum Beispiel "2004 bis 2018. Alle Rechte vorbehalten."

Doch leider bleibt die Zeit nicht stehen und was einst aktuell war, wird mit zunehmenden zeitlichen Abstand veraltet und immer peinlicher. Was soll ein Besucher der Website von dieser halten, wenn er diese im Jahr 2020 (oder später) aufsucht, aber weiterhin einen solchen, im Beispiel auf 2018 endenden, Hinweis sieht? Er wird sich fragen: Wird diese Seite noch gepflegt? Existiert die Firma überhaupt noch? Hat meine Anfrage überhaupt einen Sinn?

Dasselbe betrifft auch Bereiche für Pressemeldungen oder Blogs. Nicht selten findet man dort zwar viele chronologisch sortierte und datierte Inhalte, die aber dann irgendwann vor bereits geraumer Zeit schlagartig enden. Auch dies wird entsprechende Bedenken auslösen!

9. Fehlender Verweis auf Social Media-Präsenzen oder fehlende Social-Share-Buttons

Jeder ernsthafte Online-Auftritt sollte neben der Website auch zugehörige Social Media-Präsenzen unterhalten. Das ist mittlerweile auch meist der Fall. Dennoch nennen und verlinken viele Websites auf ihren Internet-Präsenzen diese nicht. Ein anderer Fehler ist das Fehlen entsprechender Social Share-Buttons, die den Besuchern ein leichtes Teilen der betreffenden Seite ermöglichen. Diese sollten auf jeder Seite gut sichtbar eingebunden werden, und zwar oben auf der Seite (Above the Fold) sowie auch unten am Ende des jeweiligen Inhalts.

10. Kein User Generated Content (UGC) und kein Call-to-Action dafür

Nutzergenerierte Inhalte, im Online-Marketing-Jargon sogenannter „user generated content“ (UGC), sind sehr hilfreich, werden aber dennoch viel zu wenig eingebunden.

UGC hilft, die Website kostenlos mit weiteren und aktuellen Inhalten zu füllen. Außerdem zeigen Untersuchungen, dass nutzergenerierte Inhalte viel mehr Vertrauen erzeugen, weil sie nicht vom Unternehmen selbst, sondern direkt aus der Zielgruppe kommen und dadurch besonders authentisch wirken.

User Generated Content gibt es in vielfältigster Form und es muss daher überlegt werden, welcher zu der eigenen Website passt.

11. Kein E-Mail-Newsletter

Der gute alte E-Mail-Newsletter ist in den letzten Jahren zunehmend in Vergessenheit geraten und wurde immer weniger beachtet. Das lag zum einen daran, dass Web 2.0 und Social Media interessanter erschienen und zum anderen am immer schlechteren Ruf kommerzieller E-Mail-Kommunikation durch den vielen lästigen Spam (wobei ein klassischer, nützlicher E-Mail-Newsletter damit ja ohnehin nichts zu tun hatte).

Doch das Blatt wendet sich wieder! Gerade in Zeiten stark gesunkener organischer Reichweite bei Social Media, werden sich viele bewußt, dass die dortigen Follower letztlich nicht einem selbst, sondern dem Betreiber der Social Media-Plattform gehören und nur dieser Einfluss darauf hat, ob und wer und wie viele davon die eigenen Posts überhaupt sehen! Eine Garantie, die eigenen, mühselig gesammelten Follower auch tatsächlich zu erreichen, gibt es nicht!

Ganz anders bei den eigenen gesammelten E-Mails. Die eigene E-Mail-Liste kann jederzeit nach eigenem Ermessen angeschrieben werden und die E-Mails erreichen normalerweise auch die allermeisten Empfänger. Und das Wichtigste: die Liste gehört nicht einem Plattform-Betreiber, sondern einem selbst und kann von niemandem genommen oder kontrolliert werden!

Nebenbei sei in diesem Zusammenhang angemerkt, dass – wenn man einen E-Mail-Newsletter anbietet – auf der eigenen Website niemals zum Liken der eigenen Facebook-Seite animiert, sondern stattdessen an gleicher Stelle definitiv lieber das Eintragen der E-Mail-Adresse zum Erhalt des Newsletters angeboten werden sollte. Erstaunlicherweise sieht man in der Praxis aber oft das Gegenteil, was nicht sinnvoll ist.

12. Kein Forum

Klassische, auf der eigenen Website eingebaute Online-Foren sind zunehmend in Vergessenheit geraten und werden immer weniger eingesetzt. Ihre große Zeit hatten sie in den 2000ern, also in einer relativ frühen Phase der kommerziellen Internet-Entwicklung.

Doch dann kam Social Media und infolgedessen wurden viele Diskussionen und Communities dorthin verlagert - zum einen in den Kommentarbereich der dortigen Posts und nun auch zunehmend in Facebook-Gruppen.

In Bezug auf ein Forum auf der eigenen Website im Vergleich zur eigenen Community bei Social Media gelten dieselben Vorteile wie für die eigene E-Mail-Liste gegenüber Social Media-Followern: die Foren-Mitglieder „gehören“ einem selbst und nicht einem externen Plattform-Betreiber und man kann jederzeit nach eigenem Gutdünken innerhalb der Foren Werbung, zB. für eigene Produkte oder Veranstaltungen einblenden (gängige Foren-Software bietet diese Funktionalität).

Zudem muss man nicht befürchten, dass der Plattform-Betreiber die Erreichbarkeit der Mitglieder reduziert oder womöglich irgendwann mal ganz einschränkt oder gar abschaltet. Hinzu kommt, dass klassische Foren-Software viel mehr Bedienkomfort und Möglichkeiten bieten als zB. Facebook-Gruppen.

Selbst betriebene Foren bieten viele Vorteile und sind äußerst sinnvoll. Und die üblichen Bedenken dagegen (vor allem Furcht vor hohem Moderationsaufwand, Angst vor Kontrollverlust durch negative Beiträge oder Spam) sind in Abwägung zu den Vorteilen nicht relevant und lassen sich leicht lösen.

Die vielen Vorteile, den Nutzen und die Einsatzmöglichkeiten eines Forums auf der eigenen Website zu behandeln, würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen, weshalb wir nur darauf verweisen, dass es auf diesem Blog eigens dazu bald einen eigenen Beitrag geben wird.

13. Kein Content Marketing / Kein Blog

Nach wie vor sehen viele Unternehmen ihre Website leider nur als statischen Kanal, um dort eine Eigendarstellung im Sinne einer altbackenen Eigenreklame, die die eigenen Produkte und Dienstleistungen im Stile eines Werbeprospekts anpreist.

Modernes Content Marketing hingegen wird nicht betrieben. Dabei ist dieses derartiger, herkömmlicher Eigenreklame weit überlegen, assistiert der Website perfekt und bietet enorme Vorteile und Potentiale! Zumindest einen eigenen Blog sollte daher jede Website aufweisen, als Einstieg in die Welt des Content Marketing.

14. Keine Beachtung der SEO-Grundlagen

Suchmaschinen-Optimierung (Search Engine Optimization – SEO) ist für jede Website wichtig und eine regelrechte Wissenschaft geworden. Doch nicht jeder Website-Betreiber hat die Zeit, sich damit zu befassen und auf dem laufenden zu halten oder die Mittel eine SEO-Agentur zu beauftragen.

Ist dies der Fall, sollten allerdings zumindest die einfachsten SEO-Basics beachtet werden, und zwar:

  • auf jeder Seite sinnvolle Title-Tags sowie Description-Tags (mit der richtigen Länge und sinnvollen Keywords)
  • allgemein ausreichend lange Texte als Suchmaschinen-Futter
  • zahlreiche und sinnvolle interne Verlinkungen
  • Website auf https laufend (siehe dazu gesonderten Tipp)

Alles weitere kann dann später immer noch weiter optimiert werden, sobald die Zeit oder Mittel zur Verfügung stehen, tiefer in die SEO-Materie einzusteigen - doch wenigstens die genannten Punkte sollten die Basis vor allen anderen SEO-Taktiken bilden, zumal sie relativ leicht umzusetzen sind.

15. Unpersönlich wirkende, prospekthafte Website

Viele Website wirken leider wie ein statischer Werbeprospekt, bestehend überwiegend aus Textwüsten, der bloß Produkteigenschaften nennt. Das ist kaum geeignet, Besucher länger auf der Seite zu halten und Interesse auszulösen. Außerdem wird es dem Medium Internet mit seinen vielfältigen Möglichkeiten nicht gerecht.

Mittel und Wege, eine derartige unpersönliche Anmutung zu durchbrechen, gibt es viele – als Beispiele seien genannt:

  • Mehr Einsatz von Fotos, die Menschen abbilden
  • Nutzergenerierte Inhalte, zB. über Forum
  • Nennung von Use Cases
  • Texte unter Beachtung von Storytelling
  • Einsatz von Videos

16. Zu Kleine Schriften / Kontrast zu gering

Auf vielen Websites sieht man Texte mit viel zu geringer Textgröße, nicht selten dann allen Ernstes auch noch kombiniert mit einem geringen Kontrast, also zB. eine hellgraue Schrift auf weißem Grund die sehr klein eingestellt ist.

Kaum etwas verärgert den Besucher einer Website mehr als dies, erzeugt es doch Stress beim Lesen(wollen) des Textes und führt daher meist zum vorzeitigen Abbruch des Lesevorgangs. Statt den Text --der ja eine wichtige Botschaft enthält bzw. enthalten sollte - voll zu erfassen, gibt der Besucher schon nach wenigen Zeilen entnervt auf, ist doch das Lesen eines derart formatierten Textes anstrengend, ja: eine Zumutung!

Sehr kleine Textgrößen und Texte mit geringem Kontrast sollten daher grundsätzlich nur äußerst sparsam eingesetzt werden und dann auch nur an Stellen, die nicht zentral für die Botschaft der betreffenden Seite sind, sondern allenfalls eine unbedeutende Nebeninformation oder wenig genutzte Hilfsfunktion aufweisen.

Alles andere - und dies gilt insbesondere natürlich für den Haupt-Textinhalt der jeweiligen Seite! - gehört in einer angemessen großen Schriftgröße und mit maximalem Kontrast dargestellt. Der Trend der letzten Jahre ging im Webdesign übrigens ohnehin schon zu größeren Schriftgrößen - und dies aus gutem Grund! Folgen auch Sie dem und sorgen so für glückliche Besucher, die Ihre Texte bequem erfassen können und daher länger auf Ihrer Seite bleiben.

17. Zu wenige Bilder / Keine Videos

Ein anderer Fehler ist der zu geringe oder gar völlig fehlende Einsatz von Bildern und Videos auf der Website. Zwar weisen die meisten Websites heutzutage in ihrem Grundgerüst einige zentrale Grafiken auf, doch der eigentliche Inhalt, also Erläuterungen, Artikel, Produktdarstellungen und Ähnliches, besteht in der Regel aus bloßem Text.

Dessen Aussage sollte jedoch mit sinnvollen Bildern und Videos unterstützt und verdeutlicht werden, was die Seite auch sonst auflockert und zum längeren Verweilen anregt. Viele Websites verzichten jedoch darauf, meist aufgrund einer Kombination von fehlender Zeit, die entsprechenden Bilder und Videos auszuwählen, fehlendem Know-How, diese an den entsprechenden Stellen der Website einzufügen oder weil kein entsprechendes Bild- und Videomaterial zur Verfügung steht und dessen Produktion zu teuer erscheint.

Doch dem kann auf einfache Weise abgeholfen werden!

Es ist nämlich mittlerweile höchstrichterlich geklärt, dass das Einfügen fremder Inhalte von Social Media-Plattformen über deren integrierter Einbetten-Funktion in der Regel erlaubt ist. Dadurch steht eine gewaltige Auswahl an Bildern zum Beispiel von Instagram oder Videos von YouTube kostenlos zur Verfügung!

Sie sind ein Hersteller von Gartenwerkzeug? Dann suchen Sie doch passende Videos von Hobbygärtnern bei YouTube aus, die eine mögliche Verwendung Ihrer Produkte darstellen. Sie sind ein Modeshop? Dann stellen Sie auf Ihrer Website doch die wichtigsten in Ihrem Shop verkauften Marken in einem Kurzporträt vor und betten dazu passende Bilder von Instagram ein, also Fotos von Outfits bzw. Kleidungsstücken, die jene Marke zeigen und charakterisieren, zB. von deren offiziellem Instagram-Account.

18. Schlechte Navigation

Die Navigation einer Website - also das (in der Regel und sinnvollerweise) oben sichtbare Menü mit den Navigationspunkten - ist für jede Internet-Präsenz ein zentraler Baustein, wird aber dennoch oft nicht optimal gestaltet. Dabei ist eine gute und sinnvolle Navigation das A und O der Startpunkt einer nutzerfreundlichen Website, die für die Zielgruppe optimiert ist und zum Verweilen einlädt!

Häufige Fehler sind:

  • Unnötige Burger-Menüs auf kleinen Viewports (insbesondere bei nur wenigen Navigationspunkten)
  • Menü-Orgien in Aufklapp-Naviationen mit massenhaften, bildschirmfüllenden Submenüs
  • Nebensächliches ("Über uns") als Haupt-Menüpunkt
  • Abweichung von eingeübten Internet-Standards und Best Practices (zB. Navigation statt oben unten einbauen)
  • Zu hohe Zahl an direkt sichtbaren Navigationspunkten (8 sollten das Maximum sein)
  • Unzutreffende oder nicht zum Klicken anregende, langweilige Benennung von Menüpunkten

19. Website nicht Responsive

Es sollte inzwischen längst Standard sein, die eigene Website responsive zu gestalten, damit sie sich je nach Bildschirmgröße (Desktop, Tablet, Handy) anpasst und jeweils das beste Nutzungserlebnis ohne Einschränkungen und Fehler bietet – unabhängig vom Gerät, mit dem der Besucher darauf zugreift. Auch Google beachtet dies mittlerweile als Rankingfaktor, dh. nicht-responsive Websites fallen im Ranking zurück!

Dennoch stößt man nach wie vor regelmäßig auf Websites, die nicht responsive bzw. mobile-optimiert sind. Ein fataler Fehler in Zeiten, in denen ein großer Teil des Web-Traffics über Mobil-Geräte erfolgt, denn dadurch vergrault man nicht nur die mittlerweile massenhaft mit dem Handy (oder kleinem Tablet) surfenden Besucher, sondern verdirbt es sich auch noch mit Google als wichtigem Traffic-Lieferant.

20. Website läuft nicht unter HTTPS (ohne SSL-Zertifikat)

Vor Jahren bereits hat Google bekannt gegeben, dass Websites, die nicht per SSL-Zertifikat verschlüsselt laufen (was man als Laie daran sieht, dass die URL nicht mit http:// sondern mit https:// beginnt) künftig schlechter gerankt werden können.

Die Umstellung auf HTTPS ist also zum einen eine SEO-Maßnahme, zum anderen aber auch vertrauensbildend bei vielen Besuchern, die wissen, dass dadurch die Kommunikation mit der Website verschlüsselt läuft. Hinzu kommt, dass aufgrund gesetzlicher Regelungen mittlerweile das Absichern per HTTPS sogar Pflicht ist, zB. wenn auf der Website Formulare mit persönlichen Daten abgeschickt werden können oder Zahlungsdaten ausgetauscht werden. Und für E-Commerce-Websites mit eigenem Shop ist das Umstellen auf HTTPS ohnehin absolute Pflicht, um die man nicht herumkommt, aufgrund des Übermittelns sensibler Daten, wie zB. Kreditkarten-Daten!

Und seit einiger Zeit blenden Browser als Standard-Einstellung mittlerweile sogar Warnmeldungen ein, wenn eine Website nicht unter HTTPS läuft!

21. Webdesign vor Website-Ziel und Marketing-Gesichtspunkten

Vielen Websites sieht man an, dass Webdesigner hier das Regiment hatten. Das mag erst einmal seltsam klingen und Sie werden sich jetzt sicherlich fragen: „Aber dazu sind Webdesigner doch da!? Sie sollen doch eine Website erstellen! Wieso soll das ein Fehler sein?“.

Das ist zwar richtig, allerdings sollten Webdesigner nur zuarbeiten und ihre Freude am Designen hinter den Website-Zielen und den damit einhergehenden, für die Website-Umsetzung wichtigen Marketing-Gesichtspunkten, zurückstellen. Wie die Praxis zeigt, gelingt dies jedoch leider nur den wenigsten Webdesignern!

Dadurch entstehen Webseiten, die kaum Text aufweisen, sondern fast nur aus Grafiken und bunten Flächen bestehen, bei denen Texte als Grafiken umgesetzt werden (schlecht u.a. wegen SEO) oder bei denen wichtige Aussagen der Seite oder Call-to-Action-Elemente nicht zentral (dh. „Above-the-Fold“, siehe dazu gesonderten Punkt in diesem Artikel) dargestellt werden und die Gewichtung zwischen wichtigen Bestandteilen der Seiten (und das sind i.d.R. Texte und Call-To-Action-Elemente) und Grafiken einfach nicht stimmt.

Daher ist es wichtig, dass man einbezogene Webdesigner einbremst und nicht einfach gewähren lässt. Nach einer strategischen Planung der Website-Ziele sollten diese und die damit einhergehenden Marketing-Gesichtspunkte die Richtschnur für den beteiligten Webdesigner sein, der sich strikt daran hält und seine eigene Kreativität und Lust am Gestalten dem unterordnet.

Eine entsprechende externe Kontrolle und ggf. dem Beharren auf entsprechende Korrekturen der Umsetzung ist dringend erforderlich, auch wenn sich – wie Praxiserfahrungen zeigen – Webdesigner dem zunächst oft widersetzen, weil sie sich mehr als Künstler, denn als ausführende Kraft verstehen. Daher gibt es leider oft Reibereien, aber das letzte Wort sollte dabei in aller Regel nicht der Webdesigner haben.

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